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Weltraumwetter auf Exoplaneten

 
     
 

Christian Möstl

 
     
 

Institut für Weltraumforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Graz, Austria

 
     
 

Die Sonne produziert mit dem Sonnenwind ein sich täglich änderndes Wetter im Sonnensystem, welches in verschiedenster Weise Einfluss auf die Planeten hat. Auf der Erdoberfläche sind wir durch die dichte Erdatmosphäre und das starke Erdmagnetfeld sehr gut vor energetischen Teilchen geschützt, die bei Sonnenstürmen produziert werden. Am Mars haben Sonnenstürme allerdings wahrscheinlich nach und nach einen Grossteil der Atmosphäre ins Weltall entweichen lassen. Sogenannte „Hot Jupiters“ verlieren durch Sonnenstürme ebenfalls einen signifikanten Teil ihrer Atmosphäre, was Einfluss auf ihre Entwicklung hat. Sollten wir es daher in den nächsten Jahren schaffen mehrere "zweite Erden“ zu detektieren, müssen wir uns auch die Aktivität des zugehörigen Sterns sehr genau ansehen, um zu verstehen ob diese Planeten für Leben geeignet sein könnten. Sehr starke Sterneruptionen machen durch ihre hochenergetische Teilchen und Strahlung Leben auf erdähnlichen Planeten einerseits eher unwahrscheinlicher. Andererseits könnte aber die Detektion von Biosignaturen in den Atmosphären der Exoplaneten durch die Aufheizung der Atmosphäre bei Sonneneruptionen einfacher sein. Dieses Forschungsgebiet steckt zur Zeit noch in den Kinderschuhen.

 
  Moestl  
 

Illustration eines hot-Jupiters mit einem solaren koronalen Massenauswurf, beobachtet von NASA/STEREO. Aus Cherenkov, Bisikalo, Fossati, Möstl (2017) https://arxiv.org/abs/1709.01027.